Mehr Solarertrag durch intelligente Tracker

Solarertrag steigern mit Nachführsystemen

Die Leistung von Solarmodulen hängt maßgeblich von ihrer Ausrichtung zur Sonne ab. Während fest installierte Module nur zu bestimmten Tageszeiten optimale Erträge erzielen, bieten Nachführsysteme für Solarmodule eine spannende Lösung, um den Energieertrag deutlich zu steigern. Besonders für Balkonkraftwerke und Mini-PV-Anlagen können solche Systeme die Effizienz erheblich verbessern. In diesem Artikel erfahren Sie alles über Solar-Tracker, ihre Funktionsweise und wie sie Ihren Solarertrag um bis zu 40% steigern können.

Wie Nachführsysteme den Solarertrag steigern

Konventionelle Solaranlagen werden fest montiert und auf einen optimalen Kompromiss zwischen morgendlicher und abendlicher Sonneneinstrahlung ausgerichtet. Diese starre Positionierung führt zwangsläufig zu Ertragseinbußen, da die Module nur zu bestimmten Zeiten optimal zur Sonne stehen. Nachführsysteme für Solarmodule lösen dieses Problem elegant, indem sie die Ausrichtung der Module im Tagesverlauf kontinuierlich anpassen.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Durch die stets optimale Ausrichtung zur Sonne können Solar-Tracker-Systeme den Energieertrag um 25-40% steigern. Besonders in den Morgen- und Abendstunden, wenn die Sonne tiefer steht, machen sich die Unterschiede deutlich bemerkbar. Für Balkonkraftwerke, die ohnehin mit begrenzter Fläche auskommen müssen, kann dies den entscheidenden Unterschied darstellen.

Arten von Nachführsystemen für Solarmodule

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen einachsigen und zweiachsigen Nachführsystemen:

Einachsige Nachführung: Diese Systeme folgen dem Sonnenlauf von Ost nach West und sind kostengünstiger und weniger komplex. Für die meisten Balkonkraftwerke und Mini-PV-Anlagen ist diese Variante völlig ausreichend und kann den Ertrag bereits um 15-25% steigern. Die einachsige Solarnachführung lässt sich auch nachträglich relativ einfach an bestehenden Anlagen installieren.

Zweiachsige Nachführung: Diese fortschrittlicheren Systeme passen nicht nur die horizontale Ausrichtung (Ost-West) an, sondern auch den Neigungswinkel der Module (Nord-Süd). Dadurch wird die Sonne noch präziser verfolgt, was in Ertragsgewinnen von bis zu 40% resultieren kann. Allerdings sind zweiachsige Systeme komplexer, teurer und für private Balkonkraftwerke oft überdimensioniert.

Nachführsysteme für Balkonkraftwerke und Mini-PV-Anlagen

Speziell für Balkonkraftwerke wurden in den letzten Jahren kompakte und benutzerfreundliche Nachführsysteme entwickelt. Diese Balkonkraftwerk-Nachführungen sind leicht, einfach zu montieren und können den begrenzten Platz optimal nutzen.

Ein typisches System für Balkonanwendungen besteht aus:

  • Einer motorisierten Halterung, die die Drehbewegung ermöglicht
  • Einem Steuerungssystem mit Sensoren oder Zeitschaltung
  • Befestigungsmaterialien für verschiedene Montagesituationen
  • Optional: einer Smartphone-App zur Überwachung und manuellen Steuerung

Die Installation ist in der Regel auch für technikbegeisterte Laien machbar und erfordert kein spezielles Fachwissen. Die meisten Systeme werden mit ausführlichen Anleitungen geliefert und können an nahezu jede bestehende Balkonkraftwerk-Konstruktion adaptiert werden.

Im Vergleich zur Optimierung durch Schattenreduzierung, die wir in einem früheren Artikel behandelt haben, bieten Nachführsysteme einen anderen Ansatz zur Leistungssteigerung, der sich ideal mit anderen Optimierungsmaßnahmen kombinieren lässt.

Intelligente Steuerungssysteme für die Nachführung

Moderne Nachführsysteme für Solarmodule setzen auf intelligente Steuerungen, die weit über einfache Zeitschaltuhren hinausgehen. Die fortschrittlichsten Lösungen bieten:

Sensorbasierte Steuerung: Lichtsensoren erkennen die Position der Sonne und sorgen für eine präzise Ausrichtung. Diese Systeme reagieren auch auf wechselnde Wetterbedingungen und passen die Position entsprechend an.

Astronomische Steuerung: Basierend auf GPS-Daten und dem bekannten Sonnenverlauf wird die ideale Position mathematisch berechnet. Diese Systeme funktionieren auch bei teilweise bewölktem Himmel zuverlässig.

Hybridsteuerung: Die fortschrittlichsten Modelle kombinieren beide Ansätze und erreichen so maximale Effizienz unter allen Bedingungen.

Viele moderne Smart Solar-Tracker lassen sich zudem ins Smart Home integrieren und per App steuern. So behalten Sie stets den Überblick über die Leistung Ihres Balkonkraftwerks und können bei Bedarf manuell eingreifen.

Kosten-Nutzen-Analyse von Nachführsystemen

Bevor Sie in ein Nachführsystem investieren, sollten Sie eine sorgfältige Kosten-Nutzen-Analyse durchführen. Die Anschaffungskosten für einfache Systeme für Balkonkraftwerke beginnen bei etwa 150-250 Euro, während fortschrittlichere Lösungen 400 Euro und mehr kosten können.

Bei einem typischen Balkonkraftwerk mit 600-800 Watt Leistung und einem durchschnittlichen Jahresertrag von 600 kWh könnte ein Nachführsystem für Solarmodule die Erträge um 120-240 kWh pro Jahr steigern. Bei aktuellen Strompreisen von etwa 30 Cent pro kWh entspricht dies einer jährlichen Ersparnis von 36-72 Euro.

Die Amortisationszeit beträgt somit typischerweise zwischen 3 und 7 Jahren – abhängig vom gewählten System und Ihren individuellen Gegebenheiten. Angesichts steigender Strompreise kann sich diese Zeit jedoch weiter verkürzen.

Wichtig: Berücksichtigen Sie bei Ihrer Berechnung auch den geringen Stromverbrauch des Nachführsystems selbst, der jedoch bei modernen Systemen minimal ausfällt und die Gewinne nur unwesentlich schmälert.

Praktische Tipps für die Installation und Nutzung

Um das Maximum aus Ihrem Solar-Tracker herauszuholen, beachten Sie folgende Tipps:

Standortwahl: Achten Sie darauf, dass das System über den gesamten Tagesverlauf freie „Sicht“ zur Sonne hat und nicht durch Gebäude oder Bäume verschattet wird.

Windlast berücksichtigen: Nachführsysteme bieten dem Wind mehr Angriffsfläche als fest montierte Anlagen. Stellen Sie sicher, dass die Befestigung entsprechend ausgelegt ist und das System bei Sturm automatisch in eine sichere Position fährt.

Regelmäßige Wartung: Überprüfen Sie in regelmäßigen Abständen die mechanischen Teile und schmieren Sie bei Bedarf bewegliche Komponenten. Dies verlängert die Lebensdauer erheblich.

Kombination mit anderen Optimierungsmaßnahmen: Für maximale Erträge empfiehlt sich die Kombination mit Leistungsoptimierern bei Teilabschattungen, wie in unserem früheren Artikel beschrieben.

Fazit: Lohnen sich Nachführsysteme für Balkonkraftwerke?

Nachführsysteme für Solarmodule stellen eine effektive Möglichkeit dar, den Ertrag von Balkonkraftwerken und Mini-PV-Anlagen deutlich zu steigern. Mit Ertragssteigerungen von 15-40% können sie die begrenzte Fläche, die bei solchen Anlagen zur Verfügung steht, optimal ausnutzen.

Besonders für Technikbegeisterte, die Freude an der Optimierung ihrer Anlage haben, bieten Solarmodul-Nachführsysteme einen spannenden Ansatz, der über die üblichen Optimierungsmaßnahmen hinausgeht. Die intelligenten Steuerungssysteme moderner Tracker sorgen dabei für eine nahezu wartungsfreie und vollautomatische Betriebsweise.

Während die Anschaffungskosten nicht zu vernachlässigen sind, werden sie durch die gesteigerten Erträge in einem überschaubaren Zeitraum amortisiert. Angesichts steigender Strompreise und des Trends zu mehr Energieautarkie stellen Nachführsysteme daher eine lohnenswerte Investition dar, die nicht nur ökonomisch, sondern auch ökologisch Sinn macht.

Mit einem intelligenten Solar-Tracker machen Sie aus Ihrem Balkonkraftwerk einen echten Ertragsmeister – und leisten gleichzeitig einen noch größeren Beitrag zur nachhaltigen Energiewende.

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